Das Thema KI hat sich in den letzten Monaten rasant weiterentwickelt – daher ist es an der Zeit, einen Blick auf die neusten Trends und Entwicklungen im KI-Umfeld zu werfen. Die Freigabe von GPT 3.0 im November 2022 markierte den Beginn einer neuen Ära: Wie Prometheus einst den Menschen das Feuer brachte, wurde künstliche Intelligenz in die Hände der Menschheit und jedes einzelnen Menschen gegeben (kambrische Explosion). Heute, 18 Monate später kann man versuchen, die Dimension der Veränderung anhand einzelner Ereignisse und Fortschritte zu fassen.

Die „Magnificent Seven“ treiben die Entwicklung voran

Google gibt die Gemini-Dienste frei (in Deutschland 05.06. 24), als Web-App, als Android-App und für iOS in der Google-App integriert. Die Fähigkeiten von Gemini könnt ihr in diesem interessanten Blogpost von Google nachlesen.

OpenAI gibt GPT-4o (sprich „four omega“) frei (13.05.24) und verzichtet auf die bisherigen Nutzungsgebühren privater Nutzer. GPT4o setzt neue Maßstäbe und ist der „Leader of the pack“. Im folgenden Blogpost „Hello GPT-4o“ wird das neue Flaggschiff-Modell vorgestellt, das in Echtzeit über Audio, Bild und Text hinweg argumentieren kann. Hier findet ihr auch alles zum Benchmark.

Meta beglückte uns am 18.04.24 mit der neuesten Version von LLama (Large Language Model Meta AI) – der LLama-3 Variante. Besonders hervorzuheben die Nutzbarkeit als Open Source, die Integration von Suchmaschinenergebnissen und die kontinuierliche Bildgenerierung während des Promptens (man benötigt hierfür einen Facebook-Account.) Die uneingeschränkte Verfügbarkeit in Deutschland wird im Juni 2024 erwartet, über Amazon Services bereits jetzt nutzbar.

Und zum Schluss noch einen Blick auf Apple: Apple definiert den Begriff AI neu (05.06.24) und nennt ihn ganz zurückhaltend „Apple Intelligence“. Dazu kollaboriert es mit OpenAI, da es alleine etwas den Anschluss verpasst hat. Prompt gelingt es Apple wieder an Nvidia vorbeizuziehen und erneut größtes börsenkapitalisiertes Unternehmen der Welt zu werden. Gerade wechselt die Führung täglich zwischen Apple, Nvidia und Microsoft.

Auf die Neuigkeiten von Amazon, Microsoft und Nvidia verzichten wir hier einmal, aber auch sie sind nicht stehengeblieben. Microsoft kann als Marktführer bei der Integration von AI in eigene Produkte angesehen werden.

Die meisten der Angebote sind zunächst B2C orientiert, wir sehen hier also eine ähnliche Entwicklung wie vor 20 Jahren im E-Commerce, der B2C E-Commerce dominierte und zog erst später den B2B E-Commerce (und alle weiteren Spielarten B2B2C, etc.) nach sich. Das heißt wir können annehmen, dass die Nutzer über die Zeit solche privaten AI-Erfahrungen auch in ihren Business-Anwendungen (➥ mehr zu KI-Business-Lösungen) erwarten.

Wie reagieren nun die Märkte darauf? Seit November 2022 haben…

  • Alphabet um 105%
  • Apple um 38%
  • Amazon um 88%
  • Meta um 291%
  • Microsoft um 72%
  • Nividia um 700%

…in ihren Aktienkursen zugelegt. Bei manchen Partys sollte man einfach dabei sein, auch wenn sie manchmal abrupt zu Ende gehen (erwarte ich hier allerdings nicht).

Menschen nehmen KI zunehmend als Partner auf Augenhöhe wahr

Die zunehmende Durchdringung mit AI in den täglichen Lebensbereich (vor allem via Apps) und die steigende AI-Leistungsfähigkeit führen zu einer „Personifizierung“ von AI und der Herausbildung eines neuen Umgangs mit ihr. Im Extremfall ersetzt sie andere menschliche Kontakte und Beziehungen, da Menschen ihre eigenen Erwartungen und Wünsche in die AI projizieren. Im Film „Her“ wurde das bereits 2013 thematisiert. Nun liegen erste Forschungsergebnisse vor, die selbst eine romantische Partnerschaft zwischen Mensch und AI nicht ausschließen. Angeführt von Dan und Replika (spezialisierte AI Chatbots) werden wir von unserer Einsamkeit erlöst. Übrigens hatte OpenAI eine Stimme für seine GPT4o kreiert, die der von Scarlett Johansson (die Stimme von „Her“ im oben erwähnten Film) extrem ähnelt. Mittlerweile ist die Stimme wieder verschwunden (siehe Beitrag), Scarlett hatte wohl darauf gedrungen.

AI und Geopolitik – wird KI in großen Bunkern verschwinden?

AI wird mit immer mehr Daten trainiert und kann auf extrem leistungsfähigen Maschinen zur Ausführung gebracht werden. Wird es einen Punkt geben, wo man diese Leistungsfähigkeit nicht mehr allen Menschen (und allen Wettbewerbern) zur Verfügung stellen will? Wenn man Eric Schmidt, dem ehemaligen Google-Chef glaubt, wird es diesen Punkt geben. Schmidt prognostiziert: „Letztendlich wird es sowohl in den USA als auch in China eine geringe Anzahl von äußerst leistungsfähigen Computern geben, die die Fähigkeit zu autonomen Erfindungen besitzen.“ (siehe Beitrag im Focus) Diese würden zu gefährlich sein, um sie der Welt offenzulegen und sich in Militärstützpunkten befinden, von einer nuklearen Energiequelle angetrieben und massiv gesichert werden.

Long Story Short: Mit “Long short-term memory” der KI auf die nächsten Sprünge helfen

In den letzten 18 Monaten hat die künstliche Intelligenz (KI) eine beispiellose Transformation erlebt. Diese Phase des rapiden Wachstums und der Innovation hat die KI-Landschaft tiefgreifend verändert und neue Wege für die Zukunft geebnet.

Eines der auffälligsten Entwicklungen ist die Evolution der generativen KI (GenAI) zu einer Plattformtechnologie. OpenAI’s jüngster Strategiewechsel zur kostenlosen Nutzung ihrer Modelle unterstreicht diesen Wandel. Ziel ist es, eine breite Nutzerbasis zu schaffen, die sowohl privat als auch beruflich Erfahrungen mit KI sammeln kann. Diese breite Akzeptanz im Privatbereich schafft eine Nachfrage, die auch in den Business-Sektor ausstrahlt und dort den Einsatz von KI vorantreibt.

Technologisch befinden wir uns auf einem aufregenden Pfad. Trotz der enormen Fortschritte, die mit großen Sprachmodellen (LLMs) erzielt wurden, ist ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Wir beobachten bereits vielversprechende Hybridansätze wie Diffusion-Transformer, die unterschiedliche GenAI-Technologien kombinieren, um noch leistungsfähigere Modelle zu schaffen. Der nächste große Schritt wird jedoch neue Technologien und besser kuratierte Trainingsdaten erfordern. Modelle wie LSTM-LLMs könnten die nächste Generation der KI repräsentieren, da sie besonders gut darin sind, zeitliche Abhängigkeiten und Sequenzen in Daten zu erkennen und zu verarbeiten, was zu einer verbesserten Kontextualisierung und Vorhersagegenauigkeit führt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir am Anfang einer neuen Ära der KI stehen. Die Synergie zwischen privaten und geschäftlichen Anwendungen, gekoppelt mit kontinuierlichen technologischen Innovationen, wird die Möglichkeiten von KI kontinuierlich erweitern. Der Weg vor uns ist aufregend und voller Potenzial für die nächsten großen Sprünge, die sowohl unser tägliches Leben als auch die Geschäftswelt entscheidend verändern werden.

P.S: Übrigens haben die führenden KI-Modelle Frankreich als Europameister prognostiziert. Hoffen wir, dass sich auch die KI einmal irrt. 😉


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Als Berater für künstliche Intelligenz unterstützt Prof. Dr. Frank Schönefeld heute die Geschäftsentwicklung der Telekom MMS. 25 Jahre lang hat er die Erfolgsgeschichte der Telekom MMS mitgeschrieben und geprägt, unter anderem in seiner langjährigen Rolle als Geschäftsbereichsleiter für Digital Reliability, aber auch als Prokurist und CTO übernahm er Verantwortung in der Geschäftsleitung.